#01 Christian Schwarzer: Vom TV-Experten zum Weltmeister

Shownotes

Christian Schwarzer: Vom TV-Experten zum Weltmeister

Christian „Blacky“ Schwarzer war bei der Handball-WM 2007 eigentlich schon in einer anderen Rolle eingeplant: als Experte, als Beobachter, als jemand, der das Turnier von außen erklärt.

Doch dann kam alles anders.

Plötzlich wurde aus dem TV-Experten wieder der Spieler. Aus dem Beobachter wurde einer, der selbst wieder am Kreis gefragt war. Und aus einem Comeback wurde eine der besonderen Geschichten des deutschen Handball-Wintermärchens 2007.

In der ersten Folge von Beyond the Play sprechen Thomas Stüber und Dennis Ungefehr mit Christian Schwarzer über genau diesen Moment:
Was denkt man, wenn man plötzlich wieder gebraucht wird? Wie fühlt sich Druck an, wenn ein ganzes Land zuschaut? Und was bleibt von einem Titel, der eigentlich gar nicht mehr Teil des eigenen Plans war?

In dieser Folge geht es unter anderem um:

  • die besondere Geschichte rund um Christian Schwarzers Rückkehr zur Heim-WM 2007
  • den Wechsel vom Expertenstuhl zurück aufs Spielfeld
  • Druck, Euphorie und Gänsehaut bei einem Heimturnier
  • die Rolle eines Routiniers in einer Mannschaft voller Energie
  • den Moment, in dem aus einem Comeback ein Weltmeistertitel wurde
  • die großen Stationen seiner Karriere: Bundesliga, Barcelona, Nationalmannschaft
  • Olympia, Europameisterschaft und Weltmeisterschaft
  • Teamgeist, Timing und Bauchgefühl im Profisport
  • die Frage, was junge Sportlerinnen und Sportler heute von solchen Momenten lernen können

Über Christian Schwarzer

Christian Schwarzer zählt zu den prägenden deutschen Handballspielern seiner Generation.
Mit der deutschen Nationalmannschaft wurde er 2004 Europameister, gewann im selben Jahr Olympia-Silber und krönte seine Karriere 2007 mit dem Weltmeistertitel bei der Heim-WM.

Auf Vereinsebene spielte er unter anderem für den FC Barcelona, mit dem er die Champions League gewann, sowie in der Bundesliga für Vereine wie den TBV Lemgo und die Rhein-Neckar Löwen.

Links zur Folge

Kapitelmarken

00:00 - Intro
01:15 - Begrüßung Christian Schwarzer
02:30 - Über seine Anfänge
11:30 - Die Heim-WM 2007
24:58 - Druck, Euphorie und Verantwortung
26:51 - Tipps für junge Spieler
32:44 - Der Titel
37:32 - Was passiert mit dem Matchworn-Trikot?

Über Beyond the Play

Beyond the Play blickt hinter die großen Momente des Sports.

Was passiert im Kopf, wenn es wirklich zählt?
Beim entscheidenden Wurf. Beim letzten Angriff. Beim Wechsel zum Rivalen. Beim Comeback, mit dem niemand gerechnet hat.

Thomas Stüber und Dennis Ungefehr sprechen mit Sportlerinnen, Sportlern und Persönlichkeiten aus der Sportwelt über genau diese Augenblicke – locker, ehrlich und mit dem Blick hinter das Spiel.

Credits

Hosts: Thomas Stüber & Dennis Ungefehr
Gast: Christian Schwarzer
Produktion: Beyond the Play / Audiotainment Südwest GmbH & Co. KG – https://audiotainment-suedwest.de/
Foto/Video: Beyond the Play / Audiotainment Südwest GmbH & Co. KG
Musik/Jingle: SoulProdMusic / Pixabay

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Transkript anzeigen

00:00:00: Beyond the Play -  eine Produktion der Audiotainment Südwest.

00:00:06: Mit Thomas Stüber und Dennis Ungefehr.

00:00:10: Und damit: Hallo und herzlich willkommen zur ersten Folge unseres neuen Podcasts!

00:00:15: Herzlich Willkommen bei Beyond the Play!

00:00:18: Ich bin der Stübi

00:00:19: Mein Name ist Dennis und wir freuen uns euch zu begrüßen bei unserer ersten Folge.

00:00:23: Ja, es ist ein sehr, sehr spannendes Projekt was wir jetzt beide starten und wir freuen uns auf ganz viele Gäste.

00:00:29: Auf ganz tolle Gespräche!

00:00:31: Wir haben uns so ein bisschen zur Aufgabe gemacht mal über die Sekunden vor einem entscheidenden Moment zu sprechen.

00:00:37: Und bevor wir zu tief ins Detail gehen, lass uns vielleicht noch mal ganz kurz vorstellen.

00:00:40: Stübi, was machst du eigentlich und was tust du außer Podcast?

00:00:43: Normalerweise bin ich unter der Woche beim Radio und am Wochenende bin ich in den Sporthallen unterwegs.

00:00:48: Ich bin als Hallensprecher bei mehreren Sportvereinen aktiv und ja - Sport ist so meine Leidenschaft.

00:00:54: Ich erlebe das gerne und freue mich immer in der Halle neue Momente zu sammeln. Dennis, da haben wir uns auch kennengelernt.

00:01:00: Korrekt, richtig.

00:01:01: Ich bin normalerweise da mal hinter der Kamera, bin für die Videos verantwortlich und jetzt darf ich gemeinsam mit dir dieses tolle Projekt verwirklichen und freue mich auf das was kommt...

00:01:10: Was kommt!

00:01:11: Und damit dürfen wir in unsere erste Folge starten.

00:01:14: und Stübi: macht doch die Einleitung.

00:01:16: Die Halle ist laut.

00:01:17: Deutschland lebt Handball! Es ist die Heim-WM 2007.

00:01:22: Eigentlich ist seine Rolle klar: Es soll erklären, einordnen, analysieren.

00:01:26: Nicht kämpfen, nicht sperren, nicht am Kreis stehen wo es weh tut.

00:01:30: Er sitzt nicht mehr mittendrin sondern daneben: ZDF-Experte, ehemaliger Nationalspieler, einer der seine Geschichte mit der Nationalmannschaft eigentlich schon erzählt hat.

00:01:40: Dann verletzt sich Andrej Klimovets und plötzlich ist da die Frage, die alles wieder aufreißt: Kannst du nochmal?

00:01:46: Nicht irgendwann, nicht für irgendein Spiel - Sondern jetzt bei der Heim-WM vor Millionen Menschen?

00:01:52: Und er kommt zurück mit einer Nummer, die im deutschen Handball keiner erwartet hätte:

00:01:55: 41 - geliehen vom Kumpel Dirk Nowitzki.

00:01:59: Aus dem Experten wird wieder ein Kreisläufer.

00:02:02: Aus dem Beobachter wird ein Weltmeister!

00:02:04: Aber was denkt man da in so einem Moment?

00:02:07: Freude, Angst, Zweifel oder einfach: Hey, gib mir das Trikot! Und damit herzlich willkommen bei Beyond the Play: Christian "Blacky" Schwarzer!

00:02:16: Hallo!

00:02:16: Schön, dass du da bist.

00:02:17: Danke, dass du unser Gast bist und lass uns direkt mal ein paar Jahre vor dieser Heim-WM zurückgrämpeln und einfach mal da anfangen.

00:02:25: Viele kennen dich unter dem Namen Blacky, lass uns anfangen.

00:02:29: wo hat deine Handballkarriere gestartet?

00:02:31: Und wie kam es zu dieser Thematik Heim-WM 2007?

00:02:34: Eigentlich darf ich es immer gar nicht sagen weil ich wollte wie viele Jungs früher Fußballer werden oder hab auch viel Fußball gespielt.

00:02:43: dann kam irgendwann mal unser bester Kumpel und sagte Mensch, Jungs habt ihr nicht mal Lust mit zum Handball gehen?

00:02:51: Dann haben wir gesagt, was zum Teufel ist denn Handball?

00:02:53: Dann hat er gesagt, das ist wie Fußball nur in der Halle und man spielt mit der Hand.

00:02:57: Und dann haben wir gesagt: ja, gut! Es war gerade so November, Wetter wurde schlecht draußen.

00:03:02: und dann hat meine Mama gesagt: Mensch, Jungs - Hallensport wäre doch nicht schlecht!

00:03:07: Wetterunabhängig, die Sachen sind nicht immer so dreckig und versucht doch einfach mal. Ja, und dann

00:03:11: bin ich mit meinem Bruder mal mit in die Halle gegangen.

00:03:14: Ich hatte immer Spaß daran im Tor zu stehen, das heißt ich habe die ersten drei, vier Jahre in meiner Jugendzeit im Tor gestanden und hab auch relativ spät angefangen mit dem Handball erst mit zehn Jahren damals dann bei der TSG Bergedorf.

00:03:27: also ich bin in Hamburg aufgewachsen, in Braunschweig geboren und dann ging es eben bei der TSG Bergedorf los.

00:03:33: als es dann immer weiter ging, hatte ich dann auch irgendwann doch keine Lust mehr.

00:03:38: Mein Bruder hat immer die Tore geworfen vorne, war immer der gefeierte Held und ich war immer derjenige, der die Bälle hinten aus dem Tor geholt hat.

00:03:46: Und dann habe ich gesagt: Mensch, ich habe jetzt keine Lust mehr!

00:03:48: Wir hatten auch noch einen anderen zweiten guten Torhüter und ein Kreisläufer hat gefehlt.

00:03:53: Dadurch, dass sich so klein und schmächtig war

00:03:55: damals, kam dann die Position des Kreisläufers in Frage.

00:03:58: Damals war es ja noch so, dass die Kreisläufer eher kleine wendige Spieler waren.

00:04:04: Und dann im Laufe der Zeit, Ende der 80er Jahre - die Russen fingen an

00:04:08: große Leute an den Kreis zu stellen - über zwei Meter Riesen - und dann entwickelte sich das Kreisläufer-Spiel ganz anders.

00:04:15: Ja und so bin ich dann im Endeffekt zum Handball gekommen.

00:04:19: Dann ging es weiter mit der Hamburger Auswahl.

00:04:21: Da hast du wieder mit Jungs aus anderen Vereinen zusammengespielt ja und dann kam ein Vereinswechsel zu Wandsbek 72 in Hamburg und dann muss man einfach auch mal Glück haben und zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein.

00:04:34: Damals war ich 16 Jahre alt, durfte dann mal bei unserer Herrenmannschaft mitspielen.

00:04:38: die hat damals einen Trainingspiel gegen den VfL Fredenbeck gehabt, damals zweite Handball Bundesliga. Und da durfte ich mitspielen und habe es ganz vernünftig gemacht.

00:04:48: und plötzlich habe ich die Anfrage vom VfL Fredenbeck bekommen.

00:04:52: Ich war noch Schüler.

00:04:53: ob ich mir vorstellen könnte, da in der nächsten Saison in der zweiten Bundesliga zu spielen. War für mich, ich hatte ja noch keinen Führerschein und nichts gehabt,

00:05:01: dann mit 17 Jahren - wusste ich auch gar nicht, wie ich da hinkommen sollte.

00:05:05: Fredenbeck liegt so 95 Kilometer von Hamburg entfernt in der Nähe von Stade und da dann fünfmal die Woche hinfahren mit Bus und Bahn - war nicht so einfach.

00:05:15: Aber es waren jetzt noch fünf weitere Spieler aus Hamburg, die dann auch dahin gefahren sind und so hat sich dann die Mitfahrgelegenheit ergeben und so war ich dann plötzlich als Jugendlicher in der zweiten Bundesliga beim VfL Fredenbeck gewesen.

00:05:28: Wahnsinn.

00:05:29: Aber wenn man jetzt so an die Kreisläuferposition denkt, es ist eng und brutal, du musst ja auch Körper mitbringen. Was sind so die Eigenschaften, die man als typischer Kreisläufer mitbringen muss?

00:05:40: In erster Linie darfst du natürlich kein Egoist sein sondern du musst ein tausendprozentiger Teamplayer sein, weil die Hauptaufgabe eines Kreisläufers ist es, für die Mitspieler zu arbeiten.

00:05:50: Sperren zu stellen, Räume zu schaffen zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein.

00:05:55: Und wenn man das halbwegs vernünftig macht, dann wird man vielleicht auch mal von seinen Mitspielern belohnt und bekommt auch mal den Ball.

00:06:01: Und darf dann auch mal aufs Tor werfen. Aber ein Kreisläufer muss ein Spieler sein der zu tausend Prozent Teamplayer ist, weil sonst kann er auf der Position nicht funktionieren.

00:06:11: Absolut, ja.

00:06:11: Wie ging danach dein Weg weiter?

00:06:13: Jetzt hast du gerade richtig gesagt das Thema hinfahren wie kommst du hin... Wie kamst du denn

00:06:17: hin?!

00:06:17: Wie hat sich das Ganze denn gelöst?

00:06:19: Wie gings weiter?

00:06:19: Ja, in der ersten Zeit bin ich mit den Jungs die auch aus Hamburg waren

00:06:23: wie gesagt, wir waren nachher, ich glaube sechs Spieler aus Hamburg und da gab es dann zwei Fahrgemeinschaften:

00:06:29: Eine Fahrgemeinschaft ist im Norden gefahren übers alte Land und wir sind die südliche Fahrgemeinschaft gewesen mit Wiegand Liesegang damals und Sven Marquardt.

00:06:40: Die haben mich dann mitgenommen und dann bin ich ja im Laufe des Jahres 18 geworden.

00:06:45: Und dann habe ich den Führerschein gehabt und hab dann vom Verein auch ein Auto gestellt bekommen.

00:06:50: So hat es sehr gut funktioniert!

00:06:53: Es war nicht einfach, weil: Schule, Lernen, Sport - alles unter einen Hut zu bringen war nicht so einfach.

00:07:00: Es war eine große Herausforderung, aber meine Eltern haben mich da in allem unterstützt.

00:07:04: Das war natürlich ganz wichtig gewesen, dass Mama und Papa gesagt haben wir unterstützen dich da, aber guck bitte das nen vernünftigen Schulabschluss machst.

00:07:11: Das habe ich dann auch noch hinbekommen nebenher.

00:07:13: Aber ja, so ist dann im Endeffekt diese Profilaufbahn überhaupt erst ins Rollen gekommen.

00:07:19: Du hast gerade ganz richtig gesagt, in der heutigen Zeit ist immer wieder die Debatte so ein bisschen auch das Thema mit Schule und alles drum und dran.

00:07:24: Gab es zu der Zeit das Thema Sportinternate

00:07:27: Und Co. wahrscheinlich noch gar nicht, ne?

00:07:28: Ja,

00:07:28: nur im östlichen Teil Deutschlands und das ist ja das Gute was jetzt übernommen wurde: eben dieses Sportsystem.

00:07:37: Ich bin im Moment auch als Trainer bei der Eliteschule des Sports in Saarbrücken tätig. Und ich hätte mir damals das auch gewünscht.

00:07:46: So wie du sagst, gab es schon mal früher und im Westen eigentlich nicht und heute haben wir diese Eliteschulen des Sports, wo du eben dieses duale Sport und Schule optimal miteinander verbinden kannst.

00:07:58: Ich hätte es mir damals gewünscht, aber es gab es nicht und deshalb musste man halt einen anderen Weg einschlagen.

00:08:05: Wie ging es danach weiter?

00:08:06: Das war die Thematik dann damals so die erste Profiluft schnuppern.

00:08:10: wie ging's danach dann weiter?

00:08:12: Ja ich bin im Endeffekt dann...da steht eine Leiter...Und ich sage das auch immer den Kindern so.

00:08:18: Eine Karriereleiter geht Stufen nach oben, dann kann aber auch mal eine Stufe brechen und dann geht es auch nochmal wieder nach unten.

00:08:23: Aber in der ersten Zeit muss ich sagen ist eine Stufe nach der anderen gekommen.

00:08:28: Ich habe im ersten Spiel weiß ich noch in der zweiten Liga war ein Heimspiel gegen Braunschweig.

00:08:33: 18:17 Sieg - hab' ich keine Sekunde gespielt.

00:08:36: War für mich - ja ich will nicht sagen gewöhnungsbedürftig - weil ich's natürlich gewohnt war immer zu spielen.

00:08:42: So - jetzt aber als 17-Jähriger in der zweiten Liga.

00:08:45: Klar, hatte ich einen Trainer, der mir vertraut hat.

00:08:46: Aber im ersten Spiel habe ich noch nicht gespielt.

00:08:49: Dann ging es mit dem zweiten Spiel mit 10 Minuten weiter und am Ende der Saison war es dann mehr oder weniger so, dass ich jedes Spiel 30, 40 Minuten auf den Spielfeld gestanden habe.

00:09:01: Wie der Handballgott es dann so wollte, sind wir in der zweiten Liga Nord Zweiter geworden.

00:09:07: Der TuS Schutterwald ist Zweiter geworden in der zweiten Liga Süd.

00:09:10: Also die Liga war zweigeteilt, das was ich mir heute eigentlich auch wünschen würde für die zweite Liga.

00:09:17: Damals war es dann so: Dann gab's zwei Aufsteiger.

00:09:19: Das war im Norden die SG Weiche Handewitt - also die heutige Flensburger Mannschaft. Und im Süden...weiß ich jetzt gar nicht mehr genau wer da Erster geworden ist.

00:09:29: Aber auf jeden Fall gab es zwischen Fredenbeck und Schutterwald Aufstiegsspiele für in die erste Liga zu kommen.

00:09:34: Und dann haben wir das erste Spiel in Fredenbeck mit vier, glaube ich, gewonnen und in Schutterwald mit vier verloren.

00:09:41: aber wir hatten das bessere Torverhältnis und so sind wir dann... Ich meine jetzt habe ich es mitgekriegt...die SV Elversberg im Saarland...Erste Fußball Bundesliga.

00:09:49: und deshalb konnte ich das gut nachempfinden weil wir damals als kleines VfL Fredenbeck auch in die ersten Handball-Bundesliga aufgestiegen waren, was eigentlich unglaublich war.

00:09:59: Plötzlich war ich mittendrin mit den Jungs, die ich sonst nur aus der Zeitung, aus dem Fernsehen oder woher auch immer kannte und durfte gegen die spielen.

00:10:10: Also das war in dem Moment eine ganz tolle Erfahrung und dann hast du in der ersten Liga gespielt.

00:10:16: Mein großer Traum war es ja immer mal für die Nationalmannschaft zu spielen.

00:10:20: Das habe ich zum Beispiel nie im Jugend- oder Juniorenbereich geschafft, weil irgendwie immer andere Spieler da waren.

00:10:27: Die vielleicht besser waren oder auch nicht...

00:10:28: Keine Ahnung.

00:10:29: Auf jeden Fall hab' ich's nie geschafft.

00:10:31: war für mich dann wenn ich so eine Karriereleiter mir angucke... so mein erster Rückschlag, wo ich sage: das war ein Ziel, ein Traum, den ich nicht erreicht habe. Hat mir aber auch gezeigt: Vielleicht bist du noch nicht gut genug und musst noch härter und intensiver trainieren um dir diesen Traum zu erfüllen.

00:10:52: Und dann war es 1989 im November das erste Mal der Fall, dass der Bundestrainer angerufen hat: Ich würde dich gerne für den Supercup nominieren! Und dann habe ich im November '89 mein allererstes Länderspiel für Deutschland gemacht und ein historisches noch: Es ist damals gegen die DDR gewesen gegen Spieler wie Frank-Michael Wahl, Rüdiger Borchardt, Holger Schneider, Holger Winselmann - also eine ganz, ganz tolle Mannschaft, die ich auch sonst nur aus dem Fernsehen kannte.

00:11:20: Ja und dann habe ich das erste Mal... durfte ich diesen Adler auf der Brust tragen... Die Nationalhymne wurde gespielt und da gibt es immer nochmal wieder eine Gänsehaut!

00:11:31: Dann lass uns zu diesem Moment springen.

00:11:37: 2007... von dem Anruf, deiner ersten Nominierung zu diesem Moment - WM 2007 - du bist eigentlich, wir habens im Einstieg gehört, als Experte eingeplant fürs Fernsehen.

00:11:44: Weißt du noch,

00:11:45: wo du warst, als dein Handy geklingelt hat?

00:11:47: Ja, das ist relativ einfach, weil die Geschichte war so, dass mich so ein halbes Jahr vor der WM Heiner Brand angerufen hat und gesagt hat: Blacky, ich muss einen 28er Kader nominieren.

00:11:59: klar, bist du zurückgetreten aber könntest du dir vorstellen - im Falle eines Falles - nochmal wieder zurückzukommen?

00:12:06: Weil, wenn ich jemand nachnominieren möchte, dann keinen jungen Spieler, sondern jemand mit Erfahrung.

00:12:12: So und hab ich gesagt: ja, schreib mich mit auf die Liste und alles ist gut.

00:12:16: So, dann so eine Woche vor Beginn der Weltmeisterschaft wollte ich mir auch nochmal wieder einen Traum erfüllen.

00:12:24: oder habe ich mich erfüllt

00:12:25: weil ich mit einem Kumpel mein erstes NBA-Spiel angeschauen wollte und das in Dallas bei Dirk Nowitzki und wir hatten alles gebucht.

00:12:34: Dirk hatte Karten reserviert alles.

00:12:37: Wir wollten Montagmorgen um 10 fliegen.

00:12:38: Sonntagabend klingelt mein Handy: Heiner Brand.

00:12:41: Da habe ich zu meiner Frau gesagt, ich gehe nicht ans Telefon.

00:12:44: Ich will morgen früh nach Dallas fliegen!

00:12:46: Ich kann jetzt nicht... Da hat sie gesagt: Jetzt geh' doch ans Telefon!

00:12:49: Dann bin ich ran gegangen und hatte Heiner gesagt: Blacky, keine Angst du kannst fliegen aber halt dich bitte bereit.

00:12:55: die sind gerade aus Ungarn von der Länderspielreise/Vorbereitungsspielen zurückgekommen und beide Kreisläufer hatten sich leichte Verletzung zugezogen. Hatte er gesagt: Gut, halt dich bitte fit da in Dallas, aber ich melde mich wenn irgendwas ist.

00:13:08: So - dann ging die WM los... alle sind fit. Und dann konnte ich halt die Tätigkeit beim ZDF wahrnehmen.

00:13:15: Erstes Spiel in Berlin gegen Brasilien.

00:13:18: Da hatte das ZDF ja so einen lustigen Beitrag gemacht mit ner Sporttasche neben mir und hat dann gesagt: Ja, eigentlich könnte er da unten auf dem Spielfeld sein aber er hat sich da entschieden für uns.

00:13:27: Aber falls was sein sollte, hat er seine Sachen immer dabei.

00:13:30: Das war eine so eine lustige Geschichte.

00:13:33: Dann ging es zum zweiten Spiel nach Halle (Westfalen) gegen Argentinien.. Halbzeit... und dann kommt mein Kommentatorenkollege der Yorck Polus zu mir und sagt: Blacky, war schön mit dir! Hab ich gesagt, wie?.. was?...

00:13:45: Hab ich irgendein Quatsch erzählt?

00:13:47: habt ihr mich jetzt entlassen oder was ist los?

00:13:49: ne nee wir haben gerade eine Info aus der Kabine von Deutschland bekommen, dass sich einer der Kreisläufer verletzt hat und ich denke mal, dass du dann nachnominiert wirst.

00:13:57: Ja... da sind ja noch so viele andere und erstmal nix.

00:14:00: Dann sind wir in Halle noch im VIP-Bereich gewesen mit der ganze Family.

00:14:04: So kurz nach 10 sind wir dann nach Lemgo.

00:14:07: dann hab ich zu dieser Zeit noch in Lemgo gespielt.

00:14:09: Sind so 60 Kilometer Entfernung... und dann war es so kurz nach 10 und da klingelt mein Telefon.

00:14:15: Guck' ich: Heiner Brand!

00:14:17: Ja gut!

00:14:18: Und dann sagt Heiner: Blacky - Ich muss mich bei dir entschuldigen.

00:14:20: Ich hab dich gerade schon nachnominiert ohne dich vorher zu fragen und ich hoffe, dass du morgen um 9 Uhr zum Frühstück im Hotel bist.

00:14:27: Weil: Du musst immer so ein Nachnominierungs-Antrag stellen.

00:14:31: Und die haben gedacht das ist morgens um 10.

00:14:33: Haben abends um 10 vor 10 aber mitbekommen, dass das abends zum 10 passieren muss.

00:14:38: Das heißt, sie hatten ein Zeitfenster von zehn Minuten diesen Antrag auszufüllen, zu stellen, einzureichen und deshalb war gar keine Zeit mich anzurufen, mich zu fragen.

00:14:48: Heiner hat mich quasi nominiert und dann erst angerufen und gesagt, er hofft, dass ich dann am nächsten Morgen im Hotel bin.

00:14:56: Dann fahre ich nach Hause und packe meine Tasche.

00:14:57: Und dann komme ich morgen früh.

00:15:00: Das war vielleicht genau - um den Moment aufzugreifen...

00:15:02: fällt mir genau das Thema, was wir auch vorhin hatten, "Projekt Gold" ein.

00:15:05: Da steht der damalige Mannschafts-Rat im Kabingengang gemeinsam mit Heiner.

00:15:09: Ich glaube Schorsch war dabei, Fritze war dabei... ... und Flo war dabei.

00:15:13: Und haben dann überlegt, sagen sie es der Mannschaft jetzt heute Abend noch und rufen alle nochmal zusammen oder treffen sie sich am nächsten Tag?

00:15:19: So einen Mannschafts-Rat kennt glaub ich jeder, der schon mal irgendwo mannschaftsmäßig Sport gemacht hat.

00:15:24: Ist natürlich immer spannend, was ist jetzt der richtige Moment? Bis du am nächsten Tag beim Frühstück da und so weiter und sofort.

00:15:29: Also ich glaub, das ist schon super spannend gewesen, wo dann jeder auch so mitfühlen konnte - okay, was passt in dem Moment auch,

00:15:35: damit das Ganze der Mannschaft richtig beigebracht wird sag' ich mal, dass du nachnominiert bist und du wurdest ja von Anfang an sofort mit aufgenommen.

00:15:42: also das ist ja das was man von außen gesehen hat.

00:15:44: Ja, ich meine das war ja auch Heiners Idee bei der ganzen Geschichte.

00:15:48: Dass da nicht irgendjemand irgendwie dazukommt jetzt und dass ganze... auffüllt sage ich mal, sondern Heiner hatte ja schon eine Idee dabei.

00:15:56: Und genau der Mannschafts-Rat war natürlich Jungs mit denen ich jahrelang vorher in der Nationalmannschaft Erfolge gefeiert habe, zusammen gespielt habe.

00:16:05: Ich meine mit Flo, Schorsch haben wir ewig lang auch in Lemgo zusammengespielt und waren erfolgreich.

00:16:11: Und dann waren natürlich, wie du sagst, aber auch Spieler dabei wie ein Dominik Klein, ein Holger Glandorf die noch relativ jung waren mit denen ich noch nicht zusammengespielt hatte und dementsprechend hat sich ein anderes Mannschaftsgefüge dann nochmal ergeben.

00:16:25: Aber für mich war von Anfang an klar, da muss ich auch sagen, da haben mir die ersten beiden Spiele als Experte geholfen: weil ich konnte das Ganze von außerhalb so ein bisschen betrachten.

00:16:35: Für mich... ich hab nie eine Heim-WM oder -EM gespielt.

00:16:40: Wir haben zwar Länderspiele in Deutschland gemacht, auch Turniere gespielt aber nie ein großes Turnier.

00:16:44: und das war jetzt so das erste große Turnier was ich in Deutschland stattgefunden habe.

00:16:48: und für mich war in dem Moment als Außenstehender klar: Die Mannschaft war zu viel mit sich selbst beschäftigt um - und das musst du halt machen - das Publikum mitzunehmen, um diese Unterstützung der Leute zu bekommen.

00:17:01: Das hab ich so als Außensehender so ein bisschen wahrgenommen. Und hab dann eben versucht, weil das ja auch immer meine Art und Weise war,

00:17:08: dann eben diese Emotionen, das Publikum, die Menschen mitzunehmen.

00:17:13: Das eben versucht zu machen und das hat dann relativ gut funktioniert.

00:17:17: Ich stelle mir aber jetzt vor - also du hast gesagt - du kennst natürlich die ganzen Spieler auch... Aber es ist ja ein laufendes Turnier.

00:17:24: Du hast jetzt die Vorbereitung zum Beispiel nicht mitgemacht.

00:17:26: Wie schwierig ist es so als Spieler in so'n laufendes Turnier einzusteigen wenn du weißt: Ey, zwei Spiele sind schon rum und du bist mittendrin?

00:17:33: Der Einstieg war natürlich suboptimal, weil dann kam das letzte Gruppenspiel gegen Polen.

00:17:41: Unser damaliger dann auch Final-Gegner... wie soll ich sagen?

00:17:45: Es war das erste verlorene Spiel.

00:17:47: Davor hatten sie Brasilien und Argentinien geschlagen und ich komme dazu und wir verlieren gegen Polen.

00:17:53: aber auch da gibt es ja im Film "Projekt Gold" eine Szene nach diesem Spiel in der Kabine wo ich dann so... im Endeffekt das erste Mal so ein bisschen versucht habe meine Erfahrung, die ich gemacht habe, einzubringen.

00:18:07: Weil wir hatten eine ähnliche Situation bei der Europameisterschaft 2004 in Slovenien.

00:18:11: Auch da sind wir zuvor Vize-Weltmeister geworden, Vize-Europameister geworden... haben das Finale in Schweden verloren, haben das Final in Portugal verloren... Hatten so ein bisschen den Ruf nur Zweiter werden zu können.

00:18:23: Und dann kam ja diese Europameisterschaft in Slowenien... auch suboptimale Vorrunde, ich glaub auch nur mit einem Punkt in die Hauptrunde gegangen und dann kein einziges Spiel mehr verloren und Europameister geworden.

00:18:34: Genau in der gleichen Situation habe ich uns nach diesem Polenspiel gesehen und ich kam in die Kabine und hab' ich gesehen ... Die sind jetzt so niedergeschlagen!

00:18:42: Ich hatte das Gefühl, das Turnier ist zu Ende...

00:18:44: Und das wollte Heiner eben auch von mir, ohne dass er es mir gesagt hat.

00:18:48: Aber er wusste, dass es eben von mir kriegt, dass ich dann versucht habe auf die Mannschaft einzuwirken und gesagt hab: Jungs, ich war schon mal an diesem Punkt dieser Enttäuschung.

00:18:57: aber das Turnier fängt jetzt erst an, ja?

00:19:00: Und jetzt zählt's!

00:19:01: Das was jetzt war - klar, ist passiert.

00:19:03: Manchmal ist es aber ganz gut, einen Schuss vor den Bug zu kriegen.

00:19:07: Damit man nicht denkt, die Bäume wachsen in den Himmel ohne, dass ich dafür was tun muss.

00:19:11: und ab dem Zeitpunkt war's ja dann auch so, dass wir über die nächsten Spiele in der Hauptgrunde dann dieses Viertelfinale gegen Spanien, das Halbfinale gegen Frankreich mit Verlängerung - wo uns die Leute dann einfach auch getragen haben bis dann schlussendlich zum Finale nochmal gegen Polen und das habe ich auch gelernt im Sport:

00:19:29: Man verliert selten zweimal gegen die gleiche Mannschaft, wenn man irgendwo auf Augenhöhe ist.

00:19:37: Das war ein bisschen unser Vorteil im Endspiel, dass wir das erste Spiel gegen Polen verloren hatten und dann eben eine Chance bekommen haben, uns zu revangieren und den Titel zu holen.

00:19:48: War

00:19:48: das Spiel gegen Slowenien damals so ein bisschen das ausschlaggebende Spiel, was die Mannschaft und die Fans auch komplett wachgerüttelt hat?

00:19:56: Also ich erinnere mich - wie gesagt 2007, ich war 13 - aber genau an diesem Moment, dass in diesem Spiel eine komplett andere Mannschaft da stand.

00:20:03: also bei "Projekt Gold" sieht man am Anfang das Mimi Kraus noch schön mit seiner damaligen Bravo-Geschichte aufgezogen wird.

00:20:10: Dann kam die Pizza-Debatte mit der Hotelgeschichte, die man wie gesagt von außen mitbekommen hat.

00:20:15: Und dann kommt dieses hervorragende Spiel gegen Slowenien, wo in meinen Augen eine ganz andere Mannschaft auf dem Feld stand.

00:20:20: Da sage ich halt: das Thema Pizzageschichte hat jeden Einzelnen auch nochmal so ein bisschen wach gerüttelt.

00:20:28: und nochmal: Heiner Brand war ja nicht so amused.

00:20:32: Ich glaube jeder wusste ab diesem Zeitpunkt, wenn das Ding schief geht, wird Heiner Brand nicht mehr unser Freund.

00:20:41: Manchmal gibt es Geschichten, die eher negativ sind aber was Positives bewirken.

00:20:46: und ich glaube einfach, dass diese Geschichte in jedem nochmal 0,1 Prozent mehr rausgekitzelt hat, weil jeder wusste: Es darf jetzt nichts mehr passieren sonst wird uns ein Leben lang diese Geschichte nachhängen.

00:21:00: und ich sag ja, manchmal passieren Geschichten, die sollten besser nicht passieren. Aber sie helfen wieder, um nochmal positive Energie freizusetzen.

00:21:08: Und genau deshalb sage ich immer: Genau diese Geschichte war so das i-Tüpfelchen, wo jeder gewusst hat:

00:21:15: ab jetzt geht es nur noch in eine Richtung: Und das ist nach vorne!

00:21:19: Erzähl mal: Was hat's mit den Salzstangen auf sich?

00:21:21: Ja, es waren ja so ein paar Dinge neu.

00:21:23: Ich war ja... 2004 hatte ich nach den olympischen Spielen aufgehört in der Nationalmannschaft.

00:21:29: Das heißt, ich war drei Jahre abstinent gewesen.

00:21:32: Also früher gab es halt auch Getränke, Sonstiges in der Kabine.

00:21:38: und dann komme ich... nach dem Polen-Spiel war das auch gewesen... in die Kabine

00:21:44: und da stehen dann: Salzstangen, Rosinen... mag ich überhaupt nicht... und Malzbier.

00:21:50: Und dann habe ich noch so für mich gedacht, das sind eigentlich so Dinge die man eher bei einem guten Film auf der Couch vor sich auf dem Couch-Tisch hat.

00:21:57: Aber nicht in einer Kabine einer Leistungsmannschaft im Handball.

00:22:02: aber hab dann von unserer medizinischen Abteilung gesagt bekommen, dass es die besten Energielieferanten sind

00:22:08: direkt nach dem Spiel und da ich natürlich Salzstangen sehr gerne esse und auch Malzbier sehr gerne trinke, kam mir das sehr, sehr entgegen.

00:22:18: Dann hat man natürlich versucht, die Energiespeicher mit den Salzstangen und dem Malzbier schnell wieder aufzufüllen.

00:22:23: Und wenn das dann Dinge sind, die einem auch noch gut schmecken, könnte es glaube ich schlimmer sein.

00:22:29: Wir haben gerade so über die Vorrunde gesprochen... jetzt das Slowenien-Spiel...

00:22:32: Wann war der Moment bei dir vielleicht oder in der Mannschaft auch,

00:22:35: wo du oder ihr gedacht habt, ey das hier kann wirklich groß werden?

00:22:38: Ja schlussendlich beginnt ja dann so ein Turnier erst ganz richtig mit den KO-Spielen.

00:22:44: vorher kann ja nichts passieren.

00:22:45: Da kannst du mal ein Spiel verlieren gegen Polen.

00:22:47: Du kannst auch noch mal ein Spiel in der Hauptrunde verlieren, aber auch da waren wir dann ... Ob es in Dortmund war oder Halle... Dortmund nachher wieder... in Köln waren wir relativ souverän gewesen bei allen Spielen und dann ging's natürlich los mit nem Viertelfinale gegen Spanien.

00:23:04: Und wir hatten im Vorfeld gehört, dass wir der Wunschgegner von Spanien waren.

00:23:08: Es gab ja auch legendäre Spiele schon... Viertelfinalspiele gegen Spanien.

00:23:12: Meine bitterste Niederlage: im Viertelfinale 2000 bei den olympischen Spielen in Sydney.

00:23:17: Dann gab es ein legendäres Viertellfinalspiel gegen Spanien bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen, was wir nach zweimaliger Verlängerung und Siebenmeter-Werfen gewonnen hatten und dann ins Halbfinale gekommen sind.

00:23:29: und jetzt eben wieder Viertelfinale gegen Spanien bei der Heim-WM

00:23:34: 2007.

00:23:35: Und wie gesagt: Wir haben gehört, das habe ich von meinen spanischen Kumpels gehört, dass wir der Wunschgegner sind von Spanien.

00:23:43: Das hilft natürlich immer so ein bisschen in der Motivation, wenn man vorher sowas hört... Dass wir da Wunschgegner sind.

00:23:50: und klar, war es ein knappes und enges Spiel.

00:23:53: aber nichtsdestotrotz haben wir das Spiel dann gewonnen und dementsprechend für mich halt auch eine tolle Sache wieder, weil eben meine Zeit in Barcelona mich sehr geprägt hat und ich dadurch einen sehr guten Kontakt zu den Spaniern immer habe oder heute noch habe.

00:24:12: Deshalb war das natürlich eine tolle Sache, dieses Viertelfinale gegen Spanien

00:24:15: dann zu gewinnen.

00:24:16: Und dann kommt Frankreich!

00:24:23: Ich finde es ja auch in der Doku "Projekt Gold" sehr spannend, wo der damals noch junge Dominik Klein sagt, ich sehe dass Schorsch sich an die Nase greift und ich muss den Kempa springen.

00:24:32: Ich glaub, in so einem Moment, wenn man so abgezockt ist, weiß man, wenn alles klappt, dann klappt alles.

00:24:37: Aber lasst uns ein bisschen, weil es heutzutage auch dieses Thema mentale Stärke und alles drum und dran ja ein riesen Thema ist.

00:24:42: Wie schafft man es, als Mannschaft zwei Verlängerungen so zu überstehen?

00:24:47: Und dann das Ding am Ende mit einem Tor so zu gewinnen?

00:24:50: Pusht die Fans und verdattelt kurz vor Ende fast noch das Ding selbst.

00:24:56: Was geht da in einem durch den Kopf?

00:24:57: und wie kommt man an diesen Punkt?

00:24:58: Ja, schlussendlich ist man irgendwo in nem Tunnel.

00:25:02: Klar, hörst du, dass es laut ist und die Leute dich unterstützen aber schlussendlich bist du so in der Konzentration und im Tunnel, dass du dich einfach auf das Wesentliche konzentrieren musst. Weil wenn du dich von den Rahmenbedingungen ablenken lässt, kannst du keine guten Entscheidungen treffen.

00:25:18: Und du hast es gerade gesagt: Markus Baur macht das... und Dominik Klein denkt nur: Hat der nicht alle Tassen im Schrank?!

00:25:24: Es steht grad unentschieden in der Verlängerung gegen Frankreich.

00:25:27: Und jetzt fasst er sich an die Nase.

00:25:29: Wir haben ja vorhin mal drüber gesprochen:

00:25:31: 20.000 Leute in der Kölner Arena.

00:25:32: Heiner Brand hatte es selbst gesagt, ich war machtlos an der Seitenlinie, weil ich die Jungs nicht mehr erreichen konnte.

00:25:39: Deshalb ist es dann wichtig, dass ich Spieler auf dem Spiel stehen habe, mit denen ich vorher lange zusammengearbeitet habe, denen ich vertraue.

00:25:47: Wo ich weiß, wenn die Entscheidung treffen, dann treffen diese sie mit aller Konsequenz und idealerweise sind es die richtigen Entscheidungen.

00:25:54: manchmal muss man halt in Situationen Dinge machen, wo keiner mit rechnet, weil die funktionieren dann meistens, weil

00:26:01: in dem Moment hat mit Sicherheit kein französischer Spieler dran gedacht, dass Markus Baur jetzt ein Kempa zu Dominik Klein spielt.

00:26:08: Ja und wenn du Dominik ja heute fragst zu dieser Situation, sagt er genau das.

00:26:13: Ich musste es machen, weil das war die Anweisung und er wirft den Ball rein und dann gehen wir halt ins Finale.

00:26:22: Das sind dann einfach so Situationen, die auch Markus Baur über viele Spiele Erfahrung die wir sammeln - wir haben ja nicht nur positive Erfahrungen gesammelt, wir mussten auch bitterere Niederlagen einstecken.

00:26:32: Das ist ja nicht nur so, dass wir nur gewonnen haben, sondern du lernst auch am besten durch Niederlagen und genau das lässt dich dann stärker werden in der nächsten Szene die richtige Entscheidung treffen.

00:26:42: Und da hat eben Heiner Brand immer drauf gezählt bei den erfahrenen Spielern, dass sie dann in dieser Phase genau die richtige Entscheidung treffen.

00:26:51: Was sind an dem Punkt,

00:26:52: weil du gesagt hast, erfahrene Spieler... wir haben super viele junge Spieler... ich gehe davon aus, den Podcast werden sich auch super, super viele junge Spiele anhören,

00:26:59: die genau an den Punkt sind: kurz vor vielleicht dem Sprung in die Profikarriere oder wie auch immer.

00:27:05: Was wären deine drei größten Learnings deiner Karriere?

00:27:09: Oder bis dahin für junge Spieler an dem Punkt. Was gibst du deinen Kindern vielleicht auch mit?

00:27:13: Das erste und wichtigste ist, glaube ich, dass sie lernen, keine Angst vor Fehlern zu haben.

00:27:18: Also Ich mache das bewusst im Training, dass ich die Kinder Dinge machen lassen, wo ich vorher weiß, sie können es noch nicht. Und sie machen dann den Fehler.

00:27:26: Das sind einfach,

00:27:27: wie ich vorhin gesagt hab, aus Fehlern lerne ich halt immer am Meisten.

00:27:31: Idealerweise mache ich ein Fehler kein zweites Mal, kann aber auch immer mal passieren.

00:27:36: Aber da mach ich ihn vielleicht kein drittes und kein viertes Mal, weil ich eben aus den Erfahrungen lerne.

00:27:41: Und das ist so eine Sache bei Kindern.

00:27:43: was ich auch immer beim meinen Trainerkollegen feststelle: Fehler, auswechseln, auf die Bank setzen, keine Kommunikation und das finde ich einfach im Umgang mit Kindern und Jugendlichen so wichtig, dass wenn Fehler passieren, musst du eben Korrekturen geben, ihnen erklären.

00:28:00: So und dann entwickeln sie sich auch weiter.

00:28:03: und diese Angst muss man den Kindern einfach nehmen, dass sie lernen im Training Fehler machen zu dürfen.

00:28:10: Und dann ist es für sie Gewohnheit und wenn sie dann im Spiel in die gleiche Situation kommen, ist es kein Druck mehr sondern ist es eher eine Herausforderung. Und das ist, glaube ich, eine ganz, ganz wichtige Sache.

00:28:22: Ansonsten ist natürlich Fleiß und Disziplin sind zwei Basiselemente die ich einfach brauche um dann dementsprechend vielleicht auch mal den Sprung weiter nach oben zu schaffen.

00:28:35: Natürlich muss sich ein bisschen Talent mitbringen, aber nur Talent bringt auch nichts.

00:28:40: Ich sage mir es gibt so drei Kategorien an Spielern: Die Top-Spieler mit Talent, Fleiß, alles was sie so haben... wie Karabatic, Gidsel und wie sie alle heißen, keine Ahnung.

00:28:51: Dann hast du welche, die denken sie sind schon die Größten und denken sie brauchen nichts mehr trainieren.

00:28:56: Und dann gibt es welche die sind ein bisschen weniger talentiert aber dafür sehr fleißig und diszipliniert und die überholen diesen mittleren Spieler dann irgendwann, weil sie eben bereit sind, mehr zu investieren.

00:29:08: Das sind so die Grundlagen, wo ich denke, wenn Kinder mal den Schritt weiter nach oben machen möchten, dann brauchen sie genau diese Elemente um eben diesen Schritt zu gehen.

00:29:18: Ich würde sagen, wir gehen jetzt noch mal zurück zu der WM.

00:29:22: Dann steht das Finale an.

00:29:23: Gegen eine Mannschaft gegen die ihr schon verloren habt muss man sich da eigentlich noch pushen weil ich glaub... es ist ein Heimturnier...

00:29:30: Ihr seid wahrscheinlich sowieso selbst gehyped.

00:29:31: war's mehr so, dass Heiner Brand euch buschen musste

00:29:34: oder eher: Ruhig Leute, Puls runter kriegen... Wie wars vor dem Spiel?

00:29:38: Ja, das Wahnwitzige:

00:29:40: Wir sind ja extra oder Heiner hat ja extra im Hotel... Es war die Wahl: Nähe Halle in Köln oder wir waren außerhalb in der Nähe von Gummersbach in Wiehl In einem ganz kleinen beschaulichen Ort, in dem kleinen gemütlichen Hotel.

00:29:54: Weil Heiner dachte da sind wir in Ruhe. Aber da war natürlich...

00:29:58: ab Viertelfinale war auch da mit der Ruhe vorbei. Dann mussten sie sogar die Glasscheiben unseres Essenraums abkleben, weil da natürlich jeder der vorbei gegangen ist,

00:30:09: reingucken konnte. Bis zum Viertelfinale und dann mussten sie halt die Scheibe abklebe und unser Hotel war unter Dauerbelagerung sage ich mal.

00:30:18: Und deshalb war es eher so, dass Heiner Brand immer noch einmal wieder ein bisschen auf die Bremse treten musste aber nochmal... Uns hat eben diese Niederlage gegen Polen in der Vorrunde geholfen, weil so eine Revanche nochmal zu kriegen, mehr Motivation brauchst du eigentlich nicht.

00:30:34: Und dementsprechend war das eher eine Situation wo Heiner uns strategisch darauf vorbereiten musste.

00:30:46: Aber das Thema Emotionen und pushen war überhaupt nicht mehr nötig, weil allein schon der Weg von Wiehl, wo wir vom Parkplatz schon kaum runter gekommen sind mit dem Bus.

00:30:58: Das gab es ja im Handball vorher nie, das waren nur Bilder die du aus dem Fußball kanntest.

00:31:02: Wo auf den Brücken die Menschenmassen standen mit Fahnen und zugejubelt haben – das waren ja Erfahrungen, die kannten wir gar nicht!

00:31:10: Und deshalb war's eher schwieriger mit diesen Erfahrungen klarzukommen wie mit der sportlichen Herausforderung.

00:31:17: Das hat Heiner Brand halt sehr gut gemacht, dass er uns da eher strategisch auf den Gegner vorbereitet hat.

00:31:25: Wenn du eine zweite Chance kriegst gegen den gleichen Gegner, brauchst du eigentlich nicht viel machen.

00:31:29: Kannst du dich noch an den ersten Moment erinnern, als du in die Halle gegangen bist?

00:31:32: Ja auch da muss ich aber sagen: Klar, war es ein ganz ganz tolles Gefühl, aber auch hier war der Fokus und der Gedanke nur: Wir wollen dieses Spiel gewinnen!

00:31:43: Und das müssen wir mit denen und denen und den Dingen machen auf die uns Heiner vorbereitet hat.

00:31:48: Und das Gute ist, Heiner war eben auch ein Trainer, der auch immer einen Plan B in der Tasche hatte oder einen Plan C in der Tasche hatte.

00:31:54: Manchmal passieren halt auch Dinge wie die Verletzung von Henning Fritz,

00:31:57: der ein überragendes Turnier gespielt hat und Jogi war sein perfektes Pendant gewesen

00:32:02: in diesem Turnier, hat ihn in allen Bereichen unterstützt und plötzlich verletzt sich Fritze nach 45 Minuten bei plus 5 und der Gegner kommt dran und dann hält uns plötzlich Jogi Bitter im Spiel.

00:32:13: Das ist halt so optimal, wenn ein Team in einem Team sehr gut funktioniert und das waren halt Fritze und Jogi.

00:32:21: Und ja, dann weißt du eigentlich, es kann nichts passieren.

00:32:26: Du entwickelst natürlich auch im Laufe so eines Turniers ein bisschen das Gefühl der Unbesiegbarkeit, wenn du immer wieder Erfolgserlebnisse hast und dann wird die Brust natürlich immer breiter.

00:32:38: und dann kommst du da in diese Kölner Arena rein und hast diese 20.000 Menschen.

00:32:42: und da war eigentlich klar, es kann nix schief gehen.

00:32:44: Und dann kam der Abpfiff und ihr gewinnt

00:32:46: das Spiel - korrigiere mich -

00:32:48: Ich glaub, 29:27 war das Endergebnis.

00:32:51: Wir brauchen eigentlich nur auf das Trikot gucken!

00:32:53: Ich glaube da steht ein Ergebnis drauf...29:24

00:32:57: ...und dann geht das Spiel zu Ende und es ist klar: ihr seid Weltmeister.

00:33:01: Wie viel Last ist in dem Moment von den Schultern abgefallen, das erreicht zu haben?

00:33:07: Ich tue mich ja immer schwer mit so Worten wie Last, Druck.

00:33:10: Das hab ich halt gelernt in meiner Karriere.

00:33:14: Ich habe es eher immer als Herausforderung gesehen und als Energiegeber, weniger als Druck, und erst recht nicht 2007...da war ich 37 Jahre alt, ne?

00:33:25: Ich hatte schon ja im Endeffekt alles erreicht in meiner Karriere.

00:33:28: Viele fragen mich auf wie hast du denn in der Nacht vor dem Finale geschlafen?

00:33:32: Wie gesagt, das war die beste Nacht In meinem Leben vom Schlaf her, weil ich bin eingeschlafen und hab dran gedacht was dann morgen so alles passiert, was so alles kommen kann.

00:33:43: Und ich habe das wie gesagt immer als Energielieferant gesehen und nicht als Belastung sondern ich hatte alles erlebt.

00:33:50: natürlich als junger Spieler nimmst du das natürlich ganz anders wahr.

00:33:54: da waren mit Sicherheit Jungs die... so waren... aber für mich war das eine Situation die ich kannte und deshalb eher etwas Schönes was Positives.

00:34:04: Ja, dann hatte ich das Glück am Ende des Spiels auf dem Spielfeld zu stehen und hab dann auch noch den Spielball als Letzter in der Hand gehabt.

00:34:11: Und hab den auch Zuhause bei mir liegen.

00:34:16: Es war einfach ein unbeschreiblicher Moment gewesen.

00:34:20: Das Erste was so mein Gedanke war, mich einfach bei Heiner Brand zu bedanken, der mir die Möglichkeit gegeben hat, mich da nochmal zurückgeholt hat und mir die Möglichkeit gegeben hat, sowas mitzuerleben.

00:34:32: Und das war eben ein ganz, ganz toller Moment und es gibt noch so eine tolle Geschichte mit meinem Sohn.

00:34:39: Der war beim Halbfinale dabei in Köln und beim Finale war es dann so: Er hat in Lemgo Fußball gespielt und seine Fußballmannschaft hatte an dem Sonntag, an dem 4. Februar, ein Turnier gehabt in Lemgo.

00:34:51: Dann hat er gesagt: Papa, ich hoffe, dass ist nicht schlimm für dich, aber ich möchte meine Mannschaft nicht im Stich lassen und spiele mit meiner Mannschaft Fußball und du gewinnst.

00:34:59: das Finale in Köln. War für mich erst so ein bisschen schwer, aber im Nachgang muss ich sagen: eine tolle Entscheidung von so einem Kind zu sagen

00:35:07: ich lasse meine Mannschaft nicht im Stich.

00:35:09: Ich hätte es wahrscheinlich genauso gemacht als Kind damals und deshalb hat er die Entscheidung auch so getroffen.

00:35:14: Aber ja... Es waren viele Freunde, Familie aus Hamburg, die gekommen sind.

00:35:19: Plötzlich wollte ja... alle Menschen, wollten Karten haben.

00:35:22: Mich haben Leute angerufen, die ich vor... Da war ein Mehmet Scholl, ein Jens Jeremies... Fußballer vom FC Bayern damals, aus der Fußball-Nationalmannschaft.

00:35:32: Ich weiß gar nicht wo die meine Nummer her hatten und die haben plötzlich ... Ja, die wollten Karten fürs Finale haben.

00:35:40: Also das war absoluter Wahnsinn.

00:35:43: Was da so insgesamt passiert ist danach auf dem Balkon in Köln - in der Partystadt Köln - unbeschreibliche Momente mit den Höhnern - die das Lied dazu passen gemacht hatten.

00:35:54: Also Momente, die du mit keinem Geld der Welt bezahlen kannst.

00:35:59: Absolut, absolut.

00:36:00: Lass uns zum Schluss mal auf heute springen:

00:36:04: Was sind so von den... Wir haben immer das Thema bei unserem Podcast ja was sind die schönsten Momente?

00:36:09: Was sind denn die Momente, auf die du dich in 26 und 27 jetzt, ich glaub, 27 wissen wir, aber so in 26 und 27 am Meisten freust?

00:36:16: Ja es gibt natürlich immer sportliche Dinge und da gibts private Dinge.

00:36:19: und ich sag mal so unser Highlight dieses Jahr, 2026 ist mit Sicherheit die Hochzeit unseres Sohnes mit seiner Freundin jetzt im Juni.

00:36:31: Das ist mit Sicherheit so unser Jahreshighlight im privaten Bereich.

00:36:35: Und ansonsten, ich bin ja als Jugendkoordinator und Jugendtrainer beim Saarländischen Handballverband tätig.

00:36:40: wir haben jetzt noch tolle Turniere mit einem Regio-Cup wo wir länderübergreifend mit Luxemburg und Frankreich Spiele absolvieren.

00:36:47: bei uns im Saarland. Haben dann unser alljährliches Sommercamp in der ersten Woche der Sommerferien wo wir circa

00:36:55: 45 Kinder an einer Sportschule haben, eine Woche lang jeden Tag so circa drei Trainingsseinheiten haben.

00:37:01: Und ja, dann freuen wir uns natürlich immer wenn wir unseren Sohn unterstützen können bei den Eulen.

00:37:07: Das sind dann so die Dinge.

00:37:08: Und in 2027 sportlich gesehen freu ich mich natürlich 20 Jahre nach unserem WM-Titel, dann hoffentlich auf einen weiteren WM-Titel für Deutschland und im Finale in Deutschland, nochmal in der Kölner Arena dann hoffentlich.

00:37:24: Und da kann man vielleicht die Geschichte auch noch mal wieder ein bisschen zurückdrehen und sagen: Mensch, vor 20 Jahren haben wir das schon einmal erlebt und heute dürfen wir es noch mal erleben.

00:37:31: Ja, das sind wirklich Momente für die Ewigkeit!

00:37:34: Bevor wir jetzt schließen ich würde gerne das Trikot noch mal ansprechen.

00:37:37: du hast es gerade angesprochen: Es hängt hier neben uns.

00:37:39: Das ist original Matchworn-Trikot aus dem Finale.

00:37:42: für alle die uns auf den Socials folgen: ihr werdet es dann auch sehen - folgt uns gerne: Instagram,

00:37:46: TikTok. Den Ball hast du eben angesprochen.

00:37:49: Wo hängt das Trikot bei euch zuhause?

00:37:51: Das hängt nirgendwo, das ist bei mir... Ich hab unten im Keller so ein Sportschrank und da habe ich so Trikot-Raritäten - 

00:37:59: Bewar' ich auf.

00:38:00: Und ich bin ja viel im Charity-Bereich auch unterwegs.

00:38:04: Wir haben ein Ehemaligen-Team, wo wir immer noch Benefiz-Spiele machen.

00:38:08: Da ist Henning Fritz dabei, Daniel Stephan spielt mit, Stefan Kretzschmar kann leider nicht mehr... aber auch ein Pascal Hens, paar Ältere wie ein Pumpe Krieter.

00:38:18: Also wir haben da auch generationenübergreifend und ich bin halt immer gerne für Charity-Zwecke unterwegs und ich warte vielleicht nochmal auf den richtigen Moment, wo ein richtiges Gebot kommt und dann würde ich vielleicht auch das Trikot nochmal für einen guten Zweck hergeben.

00:38:32: Ich bin Schirmherr beim Ronald McDonald Haus in Homburg, wo Familien untergebracht werden, deren Kinder gerade im Krankenhaus behandelt werden... schwierige Geschichten manchmal und die brauchen einfach Hilfe.

00:38:45: Und ich sehe es da als meine Pflicht an, in dem Bereich auch tätig zu sein.

00:38:49: Die Trikots werde ich dann vielleicht irgendwann mal zu einem guten Zweck irgendwie versteigern und dann hoffentlich eine gute, hohe Summe für den guten Zweck zusammenbekommen.

00:39:00: Und deshalb bewahre ich sie immer sicher auf.

00:39:02: Sehr schön, sehr schön!

00:39:04: Ich würde sagen Abschlussfrage: Christian,

00:39:05: Wenn jetzt der Christian von 2007 hier bei uns in der Runde sitzen würde... Der Anruf ist gerade gekommen von Heiner Brand: du sollst zurück kommen.

00:39:15: was wäre so ein Satz, den du dem Christian von damals jetzt sagen würdest?

00:39:20: Mach's wieder!

00:39:22: Genau so?

00:39:22: Genau so!

00:39:23: Weil, ich habe nichts wo ich sage, ich würde es anders machen.

00:39:28: Es ist alles perfekt gelaufen - auch die Niederlage gegen Polen da.

00:39:32: Das war nochmal, glaube ich, eine Niederlage zur richtigen Zeit. Einfach früh genug und in der Vergangenheit hatten wir immer mal ein schlechtes Spiel im Turnier.

00:39:42: wenn ich das am Anfang schon weg habe, kann's am Ende nicht mehr kommen.

00:39:45: Und das war war das Gute gewesen.

00:39:48: Du hattest die Niederlage gegen Polen, du hattet die Pizza-Geschichte und ab dem Zeitpunkt war klar, jetzt gibt's nur noch eins.

00:39:55: Für mich war es ja auch... Ich bin dann in die Mannschaft gekommen und da haben wir das erste Training.

00:39:59: Und ich wusste ja nicht was jetzt das Ziel der Mannschaft war.

00:40:01: Ich war ja nicht dabei.

00:40:02: Es wurde mit Jörg Löhr gearbeitet, es wurden Ziele definiert.

00:40:06: Das wusste ich ja alles gar nicht.

00:40:08: In der Kürze der Zeit konnte mir das ja auch keiner beibringen.

00:40:12: Aber vielleicht hat das auch ein bisschen Druck rausgenommen bei dir, oder?

00:40:14: Ja, ich bin ins erste Training gekommen.

00:40:16: Plötzlich liefen alle mit nem Trikot "Projekt Gold" rum.

00:40:19: Also alle hatten Trainingshirts... da stand "Projekt Gold" drauf und dann vier so Schlagworte, wie man das erreichen möchte.

00:40:27: Ja und an dem Zeitpunkt wusste ich dann was das Ziel war der Mannschaft...

00:40:31: Und dem Ziel... klar,

00:40:33: man hat ja persönliche Ziele und da gibt es ja immer Ziele einer Mannschaft.

00:40:37: und in dem Moment war für mich klar: mein persönliches Ziel ist natürlich das Ziel der Mannschaft und ich versuche mich in den Bereichen, wo ich mich einbringen kann, einzubringen und da die Mannschaft optimal zu verstärken.

00:40:50: Und damit vielen lieben Dank, Blacky, dass du unser Gast warst.

00:40:54: Es hat uns sehr viel Spaß gemacht mit dir! Dankeschön! Und bis zum nächsten

00:41:05: Mal!

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